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Performance
WIESO? Na Eben

28. April 2016 - 20. Mai 2016

Kurt Schwitters Ursonate als Übungsfeld für mögliche Kommunikationsformen




mit: Stefanie Grubenmann, Peter Grünenfelder (Stimmen), Karin Minger, Nelly Bütikofer(Tanz), Simon HO (Musik), Max Schmid (Video)
Regie: Nelly Bütikofer

Die Vielfalt des Kulturgutes Sprache als Labor und Versuchsanordnung

Kurt Schwitters, der schon vor sehr langer Zeit grenzenlos neue Formen der Kunst und des Ausdruckes gesucht und gefunden hat, ist Inspiration und Vorbild unserer Aktion. Seine «Ursonate», oder die Sonate in Urlauten ist dabei Ausgangslage und Forschungsfeld. Sie wird in originärer, chronologischer Reihenfolge mit Sprachvirtuosität und Gesangsimprovisation interpretiert. Ausgehend von diesem Hauptstrang entstehen tänzerische und musikalische Verästelungen und Nebenschauplätze.
In der „Ursonate“, einem der radikalsten Werke des Dadaismus, greift Schwitters auf die archaische Energie von Buchstabenfolgen zurück. Das ist auch unsere Absicht. Wir gehen Sinn und Unsinn der gesprochenen Worte, Silben, Konsonanten und Vokalen nach und stellen unser Vorhaben gleichzeitig in Zusammenhang mit Elfriede Jelineks These, die besagt, dass in unserer Kultur zunehmend eine Verlagerung des Wortes hin zur Visualisierung stattfindet.
Unsere Aktion oszilliert zwischen Installation und Theater, Ausstellung und Konzert. Die Grenzen zwischen den Kunstgattungen sind durchlässig, Schnittstellen zwischen performativen und darstellenden Ausdrucksformen werden ausgelotet. Bewegtes, Getanztes, Installatives, performative Aktionen sind assoziative Inhalte der erwähnten Verästelungen und Nebenschauplätze.

Sezieren, analysieren, konstruieren, montieren, verbinden, erfinden, bewegen, agieren, reden, singen und komponieren: wir machen Kurt Schwitters künstlerische Mittel zu unseren eigenen und lassen eine neue Komposition, eine Gesamtinstallation im Raum entstehen, die den Zuschauer die „Ursonate“ neu erfahren lässt.

Wohl bekomm’s:«Fümms bö wö tää zää Uu»!

Hintergrund- Informationen:
Dada feiert im Jahre 2016 den 100. Geburtstag. Dabei werden Künstler und Schriftsteller wie Kurt Schwitters, Hugo Ball oder Hans Arp wieder vermehrt ins Bewusstsein der kulturell interessierten Gesellschaft gerückt
Kurt Schwitters 1887 - 1948 ist einer der individuellsten und vielseitigsten Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert. Er ist der erste bedeutende crossmediale Künstler und trieb die Collage, die wichtigste Technik des Dada, auf die Spitze.
Seine Kreativität äussert sich in allen Bereichen der bildenden Kunst, vor allem der Assemblage und Collage, in abstrakter sowie gegenständlicher Malerei, in vielen Gebieten der angewandten Kunst wie Architektur, Vortragskunst und Performance, in allen Sparten der Literatur wie Lyrik, Drama, Prosa, Kunstkritik sowie schliesslich der Musik. Sein Werdegang und Schaffen und seine Interessen entziehen sich strikter Kategorisierung. Sein Schaffen ist dem ganz individuellen Konzept „Merz „gewidmet. „Merz“ kennt keine Grenzen zwischen den Kunstgattungen, zwischen Bedeutendem und Banalem, zwischen Kunst und Leben. Merz bedeutet nach Schwitters Beziehungen schaffen, am liebsten zwischen allen Dingen der Welt.
Seine kreative Anarchie, der Rückgriff auf die archaische Energie von Wort und Klang ist Rezept gegen die ökonomischen und gesellschaftlichen Krisen seiner Zeit.
Die Ursonate, eine Sprechoper, ist zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg des letzten Jahrhunderts entstanden

Ensemble
Wir sind Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Sparten und verschiedenen Regionen; aus Basel, Bern, Zürich und der Ostschweiz. Immer wieder kreuzten und kreuzen sich unsere Wege in diversen Arbeiten und Konstellationen.
Unser gemeinsames Interesse an Kurt Schwitters hat eine längere Geschichte und geht über die in diesem Jahr stattfindenen Jubiläums-Festivitäten hinaus.
Schwitters Texte waren Bestandteil der Produktion „Un tapis rouge pour Sophie T.“, von Nelly Bütikofer aus dem Jahre 2001, eine Hommage an Sophie Taueber-Arp, einer Künstlerin der DADA-Epoche. Die Tänzerin Karin Minger und später auch der Schauspieler Peter Grünenfelder waren an diesem Projekt beteiligt. Bewegung und Sprache war und ist ein zentraler Punkt dieser Produktion.
Stefanie Grubenmann hat die Ursonate als Abschluss ihrer Ausbildung in Rottweil (D) aufgeführt. Während ihrer Residenz am Fabriktheater Rote Fabrik hat sie den Text von Kurt Schwitters „Perhaps strange“ in eine Performance umgesetzt und eine CD-Aufnahme, als Briefpost, zum gleichen Text, mit dem Komponisten Marcel Zaes, entwickelt.

In letzter Zeit ist der Wunsch entstanden, sich in einer gemeinsamen Arbeit mit der „Ursonate „als Forschungsfeld für ein interdisziplinäres Projekt, auseinanderzusetzen. Gleichzeitig wollen wir den künstlerischen Rahmen erweitern und mit dem bildenden Künstler Max Philipp Schmid und dem Musiker Simon Ho zusammenarbeiten.




www.alte-fabrik.ch

Spieldaten: 2016
28.04.2016
20:00 -
22:00 Uhr
Alte Feuerwehr Viktoria, Bern
29.04.2016
20:00 -
22:00 Uhr
Alte Feuerwehr Viktoria Bern
30.04.2016
20:00 -
20:00 Uhr
Alte Feuerwehr Viktoria Bern
03.05.2016
20:00 -
22:00 Uhr
Alte Fabrik, Rapperswil
12.05.2016 -
12.05.2016
20:00 -
21:30 Uhr
Militärkantine, Kreuzbleiche 2, 9000 St.Gallen
Reservationen/Tickets:
www.militaerkantine.ch
kultur@militaerkantine.ch
20.05.2016 -
20.05.2016
20:30 -
22:00 Uhr
Rost und Gold, Uetlibergstrasse, Zürich
Reservationen/Tickets:
keine Reservationen

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